Lesetipp: Oben stehen die aktuellsten Infos. Das Datum markiert jeweils ein Kapitel, da ich aber mangels Internet nicht immer gleich neue Informationen publizieren kann, schreibe ich vieles offline vor. Ihr müsst also mit dem Lesen weiter unten anfangen, um uns chronologisch folgen zu können.

Sheik Yerbouti (van de Stadt 36 Seal) has been sold.

Sheik Yerbouti ist verkauft. Wir wünschen dem neuen Eigner viel Freude und eine sichere Hand.

Nach etwa einem Jahr sind wir am 17.06.2014 wieder zu Hause in Steinhude angekommen. Wir bedanken uns sehr bei unseren Nachbarn für das einmalige Fest zu unserer Ankunft.






Seit dem 17.03.2014 reisen wir mit dem Wohnmobil durch den Westen der USA. Vorher hatten wir eine großartige Woche mit unseren Freunden Nathalie und Joshua in San Francisco und Big Sur am Pazifik verbracht. Die hatten wir ja schon ganz am Anfang unserer Reise auf Mallorca besucht (siehe ganz unten) und sie sind gänzlich unerwartet nach San Francisco gezogen. So stehen sie jeweils am Beginn unserer verschiedenen Reisen.
Seit dem haben wir viel gesehen. Diverse National Parks und Großstädte (Las Vegas, Los Angeles, San Diego).




Die Mädchen leiden zum Teil sehr unter Heimweh und haben inzwischen genug Steine gesehen. Carole und ich sind noch immer fasziniert von den Weiten der Landschaft. Am 21.04.2014 geben wir den Camper in San Francisco wieder ab. Am 24.04. fliegen wir nach New York, wo wir weitere Freunde besuchen. Am 08.05. geht es zurück nach Europe, genauer gesagt nach Paris, wo wir auch bei Freunden unterkommen. Wie gut, wenn man überall verstreut Bekannte hat. Mitte/Ende Juli sind wir wohl wieder in Steinhude.

Atlantiküberquerung Pai Mee 13.00 h 11.12.2013
Zur Erinnerung. Nach diversen Problemen mit dem Reisepass kam ich verspätet auf den Kap Verden an. Hier traf ich auf meine Freunde von der Segelyacht Pai Mee, die Familie besteht aus Stefanie und Bertrand und derer beider Töchter Luan und Emma. Vier Tage wartete ich mit der Crew der Pai Mee auf stabile Windsysteme, eine unbedingt zu empfehlende Vorgehensweise. Warum 100te von Booten sich jedes Jahr durch die ARC (Atlantic Ralley for Cruisers) einem Abreisedatum unterwerfen das schon Monate vorher festgelegt wurde ist mir gänzlich unverständlich. So trafen wir in Mindelo auf ARC-Yachten, die Tage lang in der Flaute festgehangen hatten und von den Wellen durchgeschüttelt worden waren. Frustriert liefen sie, von den Kanaren kommend, die Kap Verden an um auf das Einsetzen der Passate zu warten.
Am 11.12. war es dann endlich soweit. Für eine Woche (länger reichte die Vorhersage nicht) waren die Windpfeile wie an der Schnur gezogen und sagten 20kn Ostwind vorher. Wie lichteten um 13.00h den Anker und machten uns auf den Weg. Vor uns lagen etwa 2050 Meilen, die wir in 12,5 Tagen hinter uns brachten. Allerdings sollten wir mit 7 Personen an Bord auf Martinique ankommen, obwohl wir doch zu 5 abgefahren waren.

Die Tage im Einzelnen.


1. Tag: brachte einen Oktopus an einer der Angelleinen. Er schmeckte eher zäh. Ansonsten kamen wir bei permanent über 20kn Wind schnell voran.
2. Tag: brachte drei große Doraden von insges. 7 kg (Marktwert 140€)
3. Tag: brachte Akke und Darragh bei 16°19,93‘‘ N, 030°17,30‘‘W 12.30h l.t.. Gegen Mittag wurde ich durch die Worte :“But your boat is sinking“ geweckt. Da ich die letzte Nachtwache gehabt hatte, hatte ich mich etwas hingelegt. Zunächst dachte ich an einen Scherz, als ich aber Stefanies ernstes Gesicht sah, als sie in das Funkgerät sprach, wurde mir schnell klar, dass es sich um einen Ernstfall handeln musste. Vor uns driftete eine Segelyacht ohne Segel in den Wellen, die bereits ungewöhnlich tief im Wasser lag.
Bereits um Mitternacht hatte die Yacht Cuima einen Notruf abgegeben, den wir aber aufgrund der hohen Distanz nicht empfangen konnten. Eine britische Yacht, die das Mayday empfangen hatte, hatte beim Annährungsversuch eine Leine mit der eigenen Schiffsschraube gefangen und musste zunächst einmal dieses Problem lösen. Bei über 20 kn Wind und entsprechenden Wellen sicherlich nicht einfach. Die englische Yacht hatte bereits ein Besatzungsmitglied des sinkenden Bootes an Bord. Drei waren noch auf der Yacht Cuima geblieben.
Über Funk teilte uns der Skipper mit, dass er noch etwa 20 min zum Verlassen des Schiffes benötige und dankbar wäre, wenn wir sie an Bord nehmen könnten. So warteten wir beiliegend in der Nähe und näherten uns vorsichtig, als die Crew sich mit der Rettungsinsel von ihrer Yacht entfernte, den Schiffsbrüchigen.
Diese hatten neben ihrem persönlichen Gepäck auch viel Lebensmittel in die Rettungsinsel geschafft. Alles wurde so schnell wie möglich an Bord geholt, was für etwas Chaos sorgte. Kurzfristig entschieden Bertrand und ich, dass es mit drei zusätzlichen Personen an Bord ziemlich eng werden würde. So funkten wir die britische Yacht an, die inzwischen ihre Probleme gelöst hatte und sich in unserer Nähe befand. Wir fragten ob sie eine weitere Person aufnehmen könnten, was die Skipper der Yacht bejahte. Umgehend musste John (siehe Foto) also wieder zurück in die Rettungsinsel, wo er aber nach kurzer Zeit von der anderen Yacht aufgenommen wurde. So konnte er auch dem vierten Mitglied ihrer Crew seinen Reisepass mitbringen, den dieser vergessen hatte (an was man beim Verlassen eines sinkenden Schiffes so alles denken muss). Das alles schreibt sich recht nüchtern, war aber in der Realität begleitet von Unruhe und dem Lärm, den Manöver bei Wind und Welle so mitbringen. Luan fing an zu weinen, hatte sie doch bislang immer angenommen so eine Yacht könne eigentlich nicht untergehen und wenn diese Yacht es doch tat, warum dann nicht auch unsere.
Nachdem wir alles verstaut und uns vorgestellt hatten musste zunächst das viele Gefrierfleisch, das die beiden mitgebracht hatten, gebraten werden, was über eine Stunde dauern sollte.
Wir bemerkten schnell, dass wir Glück gehabt hatten. Unsere neuen Crewmitglieder waren keineswegs traumatisiert, die Crew hatte aus vier Profis bestanden, die das Boot, eine nagelneue Beneteau Oceanis 48 für den Eigner von England in die Karibik segelte. Akke (aus den Niederlanden) und Darragh (aus Irland) waren erfahrene Segler, extrem freundlich, hilfsbereit und darauf bedacht uns keine Umstände zu machen. Wir ließen die beiden die erste Nacht schlafen, hatten sie doch in der Nacht zuvor versucht das Boot zu retten und kein Auge zugetan. Akke haderte noch immer mit dieser Nacht und überlegte hin und her, ob er das Boot nicht doch irgendwie hätte retten können. Die Fotos die er mir zeigte sprachen aber eine deutliche Sprache. Das Wasser war über den Ruderschaft eingedrungen, der an seinem oberen Ende konstruktionsbedingt keine Aufhängung hat. Darunter arbeitet dann der Hydraulikarm des Autopiloten und hatte die eigene Aufhängung völlig zerstört und den Ruderschaft zum Eiern gebracht. So wurde die Deckdurchführung immer größer und Wasser konnte eindringen. An dieser wenig zugänglichen Stelle ist so ein Loch kaum zu stopfen, Zumal es bis in die Karibik noch etwa 1700 Meilen waren und eine Rückkehr zu den Kap Verden gegen den Wind zeitlich kaum schneller zu bewerkstelligen wäre. Jede Bewegung des Ruders vergrößerte das Chaos und als wir auf das Boot trafen befand sich bereit etwa ein halber Meter Wasser im Schiff. Wie die Firma Beneteau aus der Sache rauskommen wird bleibt spannend. Aber wenn man Jahr ein Jahr aus Boote zu Dumpingpreisen auf den Markt bringt muss die Qualität leiden.

4. Tag: Wenig Abwechslung
5. Tag: eine große Dorade und einen großen anderen Fisch (beide sehr lecker), Sonne und ein Bad auf der Badeplattform, Besuch von einer anderen Yacht, der Mirabelle III, die uns anfunkte und bat sie zu fotografieren, was wir eifrig taten. Gleichzeitg fotografierte uns die Crew des Nachbarschiffes. Per Funk wurden e-mail Adressen ausgetauscht um die Bilder auszutauschen,
Den bislang heftigsten Schauer mit Windböen von 45kn, Halbzeit (1044nm bis Mindelo und 1044nm bis Martinique), gefeiert mit einem Bier für die Erwachsenen (schmeckte unerwartet schlecht) und einer Cola für die Kinder und Darragh, nach Sonnenuntergang einen perfekten Regenbogen, der wie ein Tor direkt vor uns lag und durch den Vollmond direkt hinter uns verursacht wurde, gespenstisch schön und von keinem von uns jemals zuvor beobachtet, eine große Welle, die uns heftig auf die Seite legte, einen Ausfall des Navigationssystems, wenig Schlaf aufgrund des vielen Windes

6.– 11. Tag: den regelmäßigen Wachwechsel und die übliche Langeweile, die sich irgendwann einmal einstellt.
12. Tg: Land in Sicht. Kurz vor Sonnenuntergang konnten wir Saint Lucia in der untergehenden Sonne und einige Berge der Südküste Martiniques ausmachen. In der Nacht segelten wir um Martinique herum um in die Bucht von Ford de France zu gelangen. Hier wollten wir in Anse a l’Anne ankern, da Carole dort mit den Kindern auf uns wartete. Die Nacht brachte leider heftige Schauer und wenig Licht, so dass wir uns eine Annäherung in die Bucht nicht zutrauten, da in ihrer Mitte eine nicht beluchtete Untiefe liegt. So steuerte ich das Boot einige Stunden in der großen Bucht Ford de Frances hin und her, bis wir kurz nach Sonnenuntergang in der Anse a l’Anne den Anker warfen. Am Strand konnte ich Carole und die Kinder ausmachen und die Wiedersehensfreude war groß. Wir waren am 24.12, pünktlich zum Weihnachtsfest angekommen.
Insgesamt war die Überquerung eine besondere Erfahrung. Man erhält zwar keine Erleuchtung und wird auch kein anderer Mensch aber nimmt doch viel mit von dem vielen Wasser ringsherum.


Kurz vor der Abfahrt in Mindelo


Die gefangenen Doraden halfen uns auch, die nun größere Crew zu versorgen.


John muss wieder von Bord.


Die Pai Mee von der Mirabelle III fotografiert.






Pai Mee im Surf


Mirabelle III überholt uns.


Die ganze Crew der Pai Mee ohne mich


Und wieder Fisch




Bertrand und ich sind froh über die Ankunft und eine gelungene Überfahrt.


Land in Sicht



09.12.2013

Meine Reise auf die Kap Verden begann mit zwei Tagen Verspätung. Dies lag daran, dass ich meinen Reisepass im Auto vergaß, als Carole mich in Valence zum Bahnhof brachte, von wo aus ich den Zug nach Paris nahm. In Paris hatte ich mich für das Wochenende bei Freunden einquartiert. Mein Abflug war für Montagmorgen 11.00h geplant. Das Fehlen des Passes bemerkte ich leider erst Sonntagnacht, zu spät um das Problem irgendwie zu lösen. Manchen Leser wird die Geschichte nicht überraschen. Nachdem ich die Nacht nicht geschlafen hatte, machte ich mich dennoch um 6.00h auf zum Flughafen, um es mit meinem Personalausweis zu versuchen. Ein Versuch, der von der Dame am Check-Inn und ihrem Chef nur mit einem freundlichen Lächeln und der firmen Aussage:" Kein Pass, keine Reise" quittiert wurde. Zurück in der Wohnung meiner Freunde buchte ich einen neuen Flug für Mittwoch und rief Carole an. Sie schickte mir den Pass per Chronopost. Dienstag verbrachte ich nägelkauend in der Wohnung und wartete auf das Eintreffen der Sendung, die auch tatsächlich rechtzeitig ankam.
Die Atlantiküberquerung startete mit einer drei tägigen Wandertour in den Bergen von Santa Antao, der nördlichen Insel von Sao Vincente, wo die Pai Mee in der Bucht Mindelos vor Anker liegt. Als ich hier nachts auf Steff und Bertrand traf, sagten sie mir wir würden am nächsten morgen um 6.00h die Fähre zu eben dieser Nachbarinsel nehmen und dort wandern bis die Winde besser würden. So geschah es und es war wunderbar!! Auf den Fotos seht ihr die tolle vulkanische Landschaft.
Seit vorgestern Abend sind wir wieder auf dem Schiff und warten auf das Einsetzen stabiler Passatwinde. Am Donnerstag soll es wohl soweit sein.








Wir bedanken uns bei:
unseren Nachbarn in Deutschland für die vielen guten Wünsche, Freundschaft, Erinnerungen, das Halten der Stellung und Verwalten der Post (ohne euch wäre uns nicht wohl bei der Sache), Peter Förthmann von der Firma Windpilot für die rund um die Uhr Bereitschaft zu helfen, der Bäckerei Pesalla in Steinhude für das Steinhuder Meerbrot, Andreas von Boot und Sport in Steinhude für die gute Beratung und faire Preise, unseren Nachbarn in Spanien, besonders Michele, Gerrit und Klaus für die vielen Stunden, die sie auf unserem Boot verbrachten und mir bei all dem halfen, das ich allein nicht hinbekommen hätte, Sebi S. für ebenfalls tatkräftige Mithilfe und beste Unterhaltung als das Boot noch in Hamburg lag, Eckhard und Ingo für die gemeinsame Reise in Richtung Mittelmeer und die medizinische Beratung.
Nicht zuletzt bedanken wir uns bei unseren Eltern für die umfangreiche Unterstützung des gesamten Projektes, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre.


 25.11.2013
Lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen und daher nun komprimiert die letzten Wochen unserer Reise. Es gibt auch noch dreimal die Möglichkeit zum Mitmachen.
Die Sheik Yerbouti liegt inzwischen gut vertäut auf ihrem Liegeplatz in Empuriabrava und das Ausräumen fällt uns doch deutlich schwerer als das erwartungsvolle Einräumen im Juli.
Entgegen meiner Erwartungen ist der Dampfer auch nicht explodiert, trotz des Zusammensein auf engstem Raum einer pubertierenden Tochter und einer, die auch schon gerne so weit wäre.
Die Balearen im Herbst. Seit wir auf Mallorca angekommen waren hatten wir keinen Segeltag an dem der Windmesser die 30 kn nicht z.T. deutlich überschritt. An vielen Tagen blies es noch stärker, so dass wir erst gar nicht ausliefen. Dennoch war Mallorca in der Nachsaison ein sehr stimmungsvoller Abschluss, der uns noch sehr interessante und sympathische Bekanntschaften bringen sollte.

Die letzten beiden Fragen zum Sheik Yerbouti Quiz befassen sich mit unserer Reise. Die erste ist eine Schätzfrage: Wie viele Seemeilen legte die Sheik Yerbouti in den vier Monaten unserer Reise zurück?

Die zweite fragt nach dem folgenden geographischen Ort:
36°24' 45'' nB, 009°32' 56'' wL
Was genau markierte dieser Punkt bezüglich unserer Reise?

Nach diesem Intro geht es mit Palma de Mallorca weiter.


13.11.2013-17.11.2013 Port de Pollensa

So langsam wird die Zeit knapp und die Zeitfenster für die 30 stündige Überfahrt werden immer kürzer. Seit Tagen bläst es mit bis zu 55 kn aus dem Golf du Lion und auch hier im Süden kommt noch einiges davon an. Unser Kurs in Richtung Norden ist genau gegen an. Um die Gesamtstrecke zu verkürzen haben wir uns in einer stürmischen Fahrt 40 Meilen weiter nördlich in Port de Pollensa in Startposition gebracht. Matheo und Carole litten allerdings heftig an der Seekrankheit, so dass wir überlegen, ob ich nicht allein zum Festland segele und Carole mit den Kindern von Palma die Fähre nimmt. Mit einer gemütlichen Überfahrt ist in dieser Jahreszeit wohl nicht mehr zu rechnen, die Gribfiles versprechen nichts Gutes.

So ein Zufall. Zwei junge Frauen aus Litauen fragten mich heute, ob ich sie zum Festland mitnehmen könne. Sie seien mit ihrem Boot in der Bucht und wollten zu Weihnachten nach Litauen trampen und fänden die Idee toll, mit dem Trampen bereits hier zu beginnen. Die Eltern des einen Mädchens seien auch noch auf dem Boot und würden ebenfalls gerne mitkommen.
Nach einem Besuch auf dem Boot freundeten wir uns schnell an und waren uns bald einig. Carole würde mit unseren Kindern mit der Fähre Palma - Barcelona fahren und von dort den Zug nach Figueres nehmen. Ich würde mit Rügnar, Saulius, Ognar und Cathrina nach Empuriabrava segeln, allen war bewusst, dass es recht stürmisch würde.
Saulius hatte ihr Boot auf Hawaii gekauft und durch den Pazifik, den Indischen Ozean, den Golf von Aden und das Rote Meer ins Mittelmeer gesegelt. Das spannende an der Geschichte ist, dass ihr Boot, die Carina, ein Holzboot ohne jedwede Elektronik und Motor ist (Bild unten).



Da fängt man schon an nachzudenken ob man den ganzen Schnickschnack vom AIS Gerät über Radar, Kartenplotter, elektrischer Wasserpumpe etc. wirklich braucht. Was man allein an Zeit gewinnt, wenn man keinen Motor zu warten hat und nichts kaputtgehen kann! Für uns war es in jedem Fall eine große Bereicherungen diese Reisepuristen kennengelernt und neue Anstöße für die Zukunft erlangt zu haben.
Am Vorabend unsere Abreise luden wir meine neue Crew zum Essen ein und lernten uns besser kennen.



Die Überfahrt mit neuer Crew war wie erwartet ruppig. Kurz vor Sonnenuntergang liefen wir aus dem Hafen von Pollensa aus. Zu Beginn gab es kaum Wind aber eine hohe alte Welle, die uns dermaßen durchschüttelte, dass im Nu die weiblichen Crewmitglieder seekrank wurden und diesen Zustand bis nach Empuriabrava auch nicht mehr loswurden. So lagen sie unten leidend im Salon und als ich gegen Mitternacht im AIS Gerät die Abreise der Fähre, auf der ich Carole mit den Kindern wusste, aus dem Hafen von Palma verfolgte, war ich sehr erleichtert, dass meine Familie nicht mit an Bord war. Saulius und ich segelten die Sheik Yerbouti zum Teil abwechselnd in Richtung Norden. Gut, dass der einsetzende Wind aus etwa 70° kam, so dass wir schnell vorankamen. Da der Wind in seiner Stärke stark variierte, musste häufiger ein- und ausgerefft werden und für mich war es sehr ungewohnt, auf dem letzten Schlag jemanden an Bord zu haben, der das selbständig erledigte. So konnte auch ich mal die Augen schließen und etwas schlafen.
Die letzten 5 Stunden brachten permanent 30 kn Wind mit 40er Böen, starken Regen und Gewitter. Als wir die Hafeneinfahrt von Empuriabrava erreichten, öffneten sich alle Schleusen und es schien als wollte mir das Wetter mitteilen, dass ich 9 Monate zu früh zurückgekommen sei. Bei peitschendem Regen und Windstärke 8 legten wir an unserem Liegeplatz an, gerade in dem Moment, in dem aufgrund eines Blitzschlages im Haus meiner Eltern das Licht ausfiel. Da war es gerade Mitternacht.

The End



10.11.2013-13.11.2013 Porto Christo

Der Hafen Porto Christo wirkt nach Blick in die Karte ähnlich geschützt wie Cala d'Or, was sich allerdings als Trugschluss erweisen sollte. Im Hafen standen Wellen, die die Sheik Yerbouti kräftig an ihren Leinen rucken ließen und uns unruhige Nächte bescherten. Auch mussten wir den Anleger vier mal wiederholen, da der Hafenmeister keine Ahnung von der Länge der eigenen Mooringleinen hatte und uns daher von einem Liegeplatz zum nächsten lotste. Als wir am nächsten Tag vom Club Nautico in den deutlich billigeren Stadthafen wechselten geriet uns eine Mooringleine beim Anlegen in die Schraube, was den Motor sofort verstummen ließ. Zufälliger Weise waren im Hafenbecken gerade Taucher dabei Mooringleinen zu reparieren. Diese wollten aber 80 € um herüber zu schwimmen und meine Schraube zu befreien. So musste ich das Tauchequipment doch noch einmal aus der hintersten Ecke des Bootes kramen und ins Hafenwasser steigen. Nach 10 Minuten hatte ich die Leine von der Schraube entfernt, wir hatten noch Glück, dass ich sie ohne zu schneiden frei bekam und die Leine nicht beschädigen musste.

Penelope hat sich übrigens am Festland ein Band im Sprunggelenk verletzt. Francois in Santa Pola konnte uns Krücken leihen, die seit dem ihre ständigen Begleiter sind. Die langen Spaziergänge, besonders in Palma, gestalteten sich für sie aufgrund der Verletzung als mühselig. Der Stadthafen in Porto Christo ist deutlich näher am Stadtzentrum als der private Yacht Club, ein weiterer Grund weshalb wir uns hier besser aufgehoben fühlen.

In Porto Christo lernten wir das italienische Paar Daniela und Manuel mit ihrem Hund Diego kennen. Sie besaßen ein sehr schnelles Segelschiff, mit dem sie schon die 27 kn Marke überschritten hatten. Diego war für unsere Kinder ein echtes Highlight und auch Matheo schien sich mit ihm bestens zu verstehen und zu unterhalten. Leider kam unseren Verabredungen immer italienisches Chaos dazwischen, so dass wir alle am Tag unserer Abreise das Gefühl hatten, noch nicht alles an Gedanken ausgetauscht zu haben. Begeistert waren die beiden von den YouTube Spots über das Eissegeln am Steinhuder Meer und sie versprachen uns besuchen zu kommen.





Cool, wenn man zwei große Schwestern hat, die sich bei schlechtem Wetter nicht zu schade sind mit dem kleinen Bruder zu spielen.




07.11.2013-10.11.2013 Cala d'Or

Aufgrund des Herbstes und der zunehmenden Winde bleibt der Motor nun nahezu immer aus.



Cala d’Or ist einer der schönsten Häfen, die wir besucht haben. Die enge Bucht des Hafens erstreckt sich einen Kilometer ins Innere der Insel.



Allerdings fand hier zwei Tage vor unserer Anreise die Apokalypse in Form eines Tornados statt, der in einer 200 m breiten Schneise mehrere hundert Bäume entwurzelte.






Auch hier blieben wir aufgrund von Herbststürmen etwas länger und wagten uns dann bei ablandigen Starkwinden bis Porto Christo vor. Bei flachem Wasser und 30 kn Wind lief die Sheik Yerbouti bis zu 8 kn schnell.





06.11.2013-07.11.2013 Ca Rapida
Die Tage werden kürzer und feuchter. Zu Ca Rapida ist sonst wenig zu sagen, wir fuhren nach einer Nacht gleich weiter.




01.11.2013-06.11.2013 Palma de Mallorca

Beim Besuch der Altstadt verpasste ich eine einmalige Chance unser Quizz noch ein wenig vielschichtiger zu gestalten. Vor dem Teich nahe der Kathedrale hatte sich ein deutsches Schlagerpärchen eingefunden, das zu lautem Playback und vor laufender Kamera einen Kuschelschlager zum Besten gab. Gerne hätte ich den Namen des Pärchens gewusst, lieber noch wer von unseren Lesern das Paar hätte identifizieren können. Zu doof, dass ich, trotzdem ich die Kamera dabei hatte, vergaß die beiden zu fotografieren.



In Palma lagen wir im königlichen Yachtclub unter all den 40-60m langen Schönheiten.






Aufgrund starker Winde blieben wir 5 Tage und Carole und ich profitierten an zwei Abenden von der nahen Altstadt und besuchten zwei Konzerte. Auch diesen stilechten irischen Pub besuchten wir.



Dieses Foto zeigt Charlotte mit Matheo, dem alten Salzbuckel, der es Kapitän Jack Sparrow aus dem bekannten Film Piraten der Karibik gleich tut.



Hier nun die vorletzte Frage zu unserem Quizz, dessen Teilnehmer auf der großen Sheik Yerbouti Tombola im Herbst 2014 in Steinhude geehrt werden. Was genau prüft Jack Sparrow mit dem zuvor angefeuchteten Zeigefinger?

Die Vorderfront Palmas am Wasser glitzert und erstrahlt im Luxus, aber schon die erste Parallelstraße dahinter zeigt viel Leerstand und auch Armut. Auf das Geschäftszentrum und die Altstadt trifft dies allerdings nicht zu.




29.10.2013

Santa Pola Pier D Nord Platz 125
So ist das auf dem Rückweg, man bekommt genau den gleichen Platz zugewiesen wie auf dem Hinweg. Ein bisschen ist die Luft raus seit wir auf dem Weg nach Hause sind. Auch ist die Motivation im Blog weiterzuschreiben enorm gesunken. Dennoch hier ein paar Aktualisierungen.
Die Rätsel wurden gelöst, wobei die Brandseeschwalbe (Jan war der schnellste) wohl mehr Schwierigkeiten bereitete als Moby Dick - The White Whale.

Insgesamt geht es uns prima und wir sind gestern auf Ibiza im Hafen von Santa Eulalia angekommen. Die Nachsaison lässt auch hier die Preise deutlicher purzeln als erwartet, was gut ist, da wir aufgrund starker Winde und einer Gewitterfront festsitzen. Zurzeit hagelt, blitzt und donnert es was das Zeug hält.
Auf dem Weg hierher hatten wir einige Nachtfahrten zu absolvieren, die meisten mangels Wind unter Motor, gut, dass der Autopilot läuft. Wir verbrachten erneut einige Tage in Almerimar wo wir Allan und Doreen, Freunde, die wir auf dem Hinweg in Gibraltar kennenlernten, besuchten. Sie verbringen dort den Winter auf dem Schiff, mit dem sie seit 10 Jahren gesegelt waren und es nun verkaufen wollen.
Auch diesmal stand ein Tauchgang an, aber diesmal musste ich nicht ins dreckige Wasser, sondern Allan. Er holte einem Holländer die überfahrene Mooringleine aus seiner Schraube.

Zum Thema Tauchen hier erneut eine Frage für unsere große Sheik Yerbouti Tombola, für deren erfolgreiche Teilnahme noch immer Einladungen für die große Siegerehrung in Steinhude im Herbst 2014 zu vergeben sind. Die Flasche, mit der Allan ins Wasser steigt, vom Volksmund oft als Sauerstoffflasche bezeichnet, ist gar keine Sauerstoffflasche. Wer kann mir möglichst genau den Grund für diesen Umstand erklären und als Zusatz den Namen des bekannten Tauchers nennen, der in den Pionierzeiten des Tauchens den Grund am eigenen Körper zu spüren bekam und dies beinahe mit seinem Leben bezahlt hätte. Kleiner Tipp: er trug als Markenzeichen immer eine nicht dunkelblaue (wie hier zunächst fälschlicher Weise zu lesen war) sondern rote Mütze.
Von Almerimar fuhren wir 130 Meilen um die Caps Cabo da Gata und Cabo Palos nach San Antoni. Die 4-5 versprochenen Windstärken entpuppten sich als erneute Fehlmeldung, Wind gab es so gut wie gar keinen. So musste der gute Diesel wieder laufen, ich überlege ob ich mir das Zurate ziehen des Wetterberichts nicht in Zukunft sparen soll. San Antonio war eine Enttäuschung, der Hafen, eine recht sterile Marina, liegt 4 km von der Ortschaft und ist ohne Versorgungsmöglichkeiten. Der Hafenkapitän bot uns an ein Taxi anzurufen aber wir fuhren lieber am nächsten Tag weiter nach Santa Pola, wo wir auch erneut unseren Freund Francois trafen. Von nun an werden wir aber nur unbekannte Häfen ansteuern, die Geschichte mit dem identischen Liegeplatz sitzt doch tief.
Die Nachtfahrt nach Ibiza brachte nicht den versprochenen Wind, der setzte erst gegen Morgen ein und ermöglichte uns noch einige Stunden bestes Segeln.
Es stimmt übrigens nicht, dass in der Nebensaison die Strände nur von Rentnern überlaufen sind.









Da uns so viele Freunde aber auch Unbekannte sehr freundliche, persönliche und aufbauende Worte geschickt haben und wir das Bedürfnis hatten auf diese zu antworten, hat der Blog etwas geruht. Diejenigen, die noch keine persönliche Nachricht erhalten haben mögen dies bitte entschuldigen, es wird zum Teil etwas viel.


17.10.2013
Caleta
Caleta ist ein Fischerdorf, dessen Fischereihafen, wie so viele in den letzten Jahren, um eine Marina für Sportschiffe erweitert wurde.




Die Fahrt hier her war völlig ruhig. Kein Wind, aber auch keine Wellen und keine seekranken Besatzungsmitglieder. Wir legten die 76 Meilen in der Nacht vom 15-16.10.2013 zurück. So konnten die Kinder schlafen. Gut, dass wir seit Gibraltar auf dem Hinweg einen Autopiloten haben, der die ganze Nacht durch steuerte.
So konnte ich mir einen Kindle der Kinder ausleihen, auf den ich vor der Abreise extra für die langen Nächte ein paar Gratisklassiker geladen hatte. Unter ihnen Faust I und II, Winnetou I-IV und ein weiteres, welches nun der Schlüssel zum nächsten großen Sheik Yerbouti Tombola Quizz sein soll. Da sich unsere Reise ja nun verkürzt, muss ich mich mit der Tombola etwas ranhalten.
Faust erschien mir für eine durchwachte Nacht zu schwer, Winnetou hatte ich als Kind zu häufig gelesen und die Bücher waren mir nach kurzem Anlesen auch nach 32 Jahren noch zu vertraut, so entschloss ich mich für das besagte Buch, welches ich nur einmal während des Studiums gelesen hatte. Bei folgenden Sätzen allerdings geriet ich wieder ins Grübeln und trauerte doch ein wenig der abgebrochen Reise hinterher.

"As most young candidates for the pains and penalties of whaling stop at this same New Bedford, thence to embark on their voyage, it may as well be related that I, for one, had no idea of so doing. For my mind was made up to sail in no other than a Nantucket craft, because there was a fine, boisterous something about everything connected with that famous old island, which amzangly pleased me."

Der Grund, weshalb ich in Gedanken beim Lesen dieser Zeilen der abgebrochenen Reise nachhing liegt auf der Hand. Die Rückreise der Sheik Yerbouti über den Atlantik sollte mit veränderter Mannschaft stattfinden. Meine Freunde Eckhard aus Steinhude und Roland aus Köln hatten sich für den Monat Juli 2014 frei genommen und wir hatten geplant von eben dieser Insel aus zu starten. Leider findet dieser Törn ja nun auch nicht statt und so erinnert micht das Buch doch wieder an unser Scheitern. Eckhard und Roland danke ich für ihr Verständnis und ihre aufmunternden Worte.
Zurück zur Tombola. Wie heisst nun das Buch aus dem die obigen Zeilen entnommen sind?

Etwas ganz anderes nun. In Caletta gibt es am Hafen einen deutschen Suzukihändler. Das kommt mir sehr gelegen, da mir in Chipiona beim Versuch den O-Ring unterm Vergaser unseres Außenborders zu wechseln, die schwarze Box, die mit dem Vergaser verbunden ist, ins Wasser gefallen ist. Erklär das mit mäßigem Spanisch mal einem spanischen Mechaniker. Hier wurde die schwarze Box einfach aus einem neuen Außenborder im Schaufenster ausgebaut, so dass wir nicht einmal auf die Lieferung des Ersatzteils warten mussten. Für die 40 € hätte ich allerdings in Chipiona besser noch mal getaucht.



15.10.2013
Wir sind in La Linea, dem spanischen Hafen direkt auf der anderen Seite der Grenze zu Gibraltar. Die Fahrt hierher war wie im Bilderbuch. Wir waren früh morgens aufgestanden und legten um 7.00 ab. So konnten wir bei gutem Wind und mit dem Gezeitenstrom stellenweise 9,5 kn über Grund segeln und waren bereits nach 6 Stunden im 40 Meilen entfernten La Linea angekommen.
An den folgenden Tagen hatte Matheo etwas Fieber. Er schläft auch nachts sehr schlecht, wacht immer wieder auf und schreit. Allerdings findet in seinem Mund auch gerade eine dentale Revolution statt, überall sprießen die Backenzähne.
Einige Male überquerten wie die anachronistische Grenze zwischen Gibraltar und Spanien, da der Supermarkt auf der englischen Seite dem Hafen in La Linea näher liegt, als das Pendent auf spanischer Seite. Die Supermarktkette heißt übrigens Eroski, was bei mir zunächst für Verwirrung sorgte als mir jemand den Weg zum Eroskimarkt wies. An der Grenze nehmen es die Spanier recht genau, was tatsächlich zu langen Autostaus führt. Zu Fuß gibt es allerdings keine Probleme. Direkt hinter der Grenze liegt die Landebahn und als wir sie überqueren wollten kam tatsächlich auch gerade ein Flugzeug.





Einen Tag nutzte ich um die Windpilotanlage, bei der sich eine Schubstange verbogen hatte zu reparieren und zu warten. Auch nahm die Schiffsannonce Zeit in Anspruch. An dieser Stelle herzlichen Dank an Peter Förthmann von der Firma Windpilot. Kaufe ein Produkt seiner Firma und du erhältst ein Rundumpaket voller Erfahrungen und nützlicher Tipps auf die du nahezu Tag und Nacht zugreifen kannst, selten muss man länger als eine halbe Stunde auf eine Antwort warten. Peter verweist in seinem Blog auf den Verkauf der Sheik Yerbouti und nannte mir als Experte einen realistischen Verkaufspreis. Dieser liegt natürlich deutlich unter dem was wir uns nach den vielen Investitionen der letzten Jahre und den vielen Arbeitsstunden erhofft hatten, aber wie Peter auch sagte: „wenn das Schiff erstmal aus euren Herzen und Plänen ist, dann sollte es auch nicht mehr vor eurer Nase liegen. Und leiden tut ein Schiff unter spanischer Sonne auch immer.“ Der für viele Leser dieses Blogs überraschend schnelle Verkauf lässt sich wie folgt begründen: Außer mir hat in der Familie leider keiner Spaß am Segeln. Die Wartung und der Unterhalt sind so aufwändig und teuer, dass ich für den Preis auch einmal im Jahr mit Freunden chartern kann, insgesamt aber mehr Zeit für die Familie haben werde. Andererseits, sind jetzt tatsächlich nur noch Wartungsarbeiten notwendig, da die Installationsarbeiten komplett abgeschlossen sind. Hoffentlich findet das Schiff nette neue Eigner.





12.10.2013

Unsere nächste Staion, Barbate, wartete mit einem wunderbaren Strand direkt am Hafen auf. Der Ort war recht weit entfernt, so schenkten wir uns einen Besuch. Ideal ist der Hafen als Absprung für die Querung der Straße von Gibraltar. Man muss nur den Zeitpunkt der Abreise gut an die Gezeiten anpassen.


09.10.2013

Wir sind doch nicht in der Marina Sherry gelandet. Nachdem ich am 08.10.2013 mit Matheo dort zu Fuß hingelaufen war, um nach den Preisen zu fragen, war ich sehr enttäuscht von der sterilen Atmosphäre im Hafen. So entschlossen wir uns 20 Meilen weiter südlich Sankti Petri anzusteuern.
Bei bis zu 30 kn Wind kamen wir hoch am Wind zunächst schnell voran, wobei der Windpilot einen geraden Kurs steuerte. Als der Kurs aber, der Küste folgend, mehr in Richtung Osten verlief mussten wir kreuzen, was dann natürlich länger dauerte. Nach 5 Stunden kamen wir dennoch an und fühlten uns sofort wohl.
Der Hafen liegt an einer Flussmündung gut von einer Insel geschützt, der Ort ist eine Geisterstadt, in der früher die Thunfischfischer wohnten und der Fisch verarbeitet wurde.



Da es den Thunfisch in der Gegend aber kaum noch gibt, liegt der Ort nun verlassen da, die Häuser verfallen oder werden von den lokalen Fischern als Abstellraum genutzt.



Wir freuen uns am noch immer warmen Atlantikwasser und an leeren Stränden.



Da der Levante weiterhin blies und an ein Vorwärtskommen in Richtung Osten nicht zu denken war, blieben wir drei Nächte. Die Kinder vergnügten sich mit dem Levante auf ihre eigene Art.





08.10.2013
Heute war unser Bad mal aufgeräumt und daher nutzte ich die Gelegenheit um es zu fotografieren. Wer dabei bleibt bekommt auch noch das alltägliche Chaos zu sehen, das hatte ich ja anfangs versprochen.



07.10.2013
Die Bucht von Cádiz hat eine Reihe von Häfen aufzuweisen. Da Carole und ich Cádiz schon von unserem Überführungstörn im Jahr 2011 kannten, entschlossen wir uns für den Club Nautico Real de Santa Maria, der etwas stromaufwärts am Fluss Guadalete liegt.



Die Stadt ist nicht uninteressant, eine Corrida darf hier in Andalusien natürlich nicht fehlen.



Da es hier leider keine wirklichen Nebensaisontarife gibt, geht es morgen in die nahe Marina Sherry. Der Levante bläst in den kommenden Tagen heftig und so kommt die Passage der Straße von Gibraltar für uns bis Freitag nicht in Frage.

4.10.2013
Chipiona ist ein charmantes Städtchen, das im Sommer vom Tourismus lebt. Nun ist nicht mehr viel los. Dafür gibt es den höchsten Leuchtturm des Landes und, wie im katholischen Spanien nicht anders zu erwarten, zahlreiche Kirchen.



Unseren ursprünglichen Plan den Fluss Guadalquivir bis nach Sevilla hinaufzufahren haben wir aufgegeben. Die Yachtclubs hinter der Schleuse sind belegt und ohne Buchung lässt man keine Yacht durch. Es gibt zwar noch eine Marina in einem Seitenarm, aber der Weg in die Stadt von dort ist weit. Daher fuhren wir mit dem Bus, eine Reise durch endlose Baumwollfelder



 und übernachteten in einem Backpacker Hostel nahe der Kathedrale.



Die Etagenbetten erinnerten mich irgendwie an Klassenfahrten.
Sevilla ist toll. Auch hier gibt es viele Kirchen und andere tolle Bauwerke.
Die Leute wissen zu feiern und zeichnen sich durch sehr stilvolle Kleidung aus. Nervig ist, dass es aufgrund der vielen Pferdekutschen oft wie im Zoo riecht, was nicht so recht zu den chicken Leuten passen will.
Auf diesem Foto sehen wir den Plaza Espagna. Hier haben alle Regionen Spaniens einen eigenen Schrein mit Bildern und Wappen.



Mal sehen wie lange die Katalanen ihre noch behalten werden.
Im angrenzenden Park kommt man sich fasst wie in den Tropen vor, die wir ja nun leider nicht mehr erreichen werden.



Das Flussufer verwöhnte uns mit einem schönen Sonnenuntergang.





02.10.2013 Eilmeldung !!!!!! Sheik Yerbouti auf dem Weg zurück ins Mittelmeer!!!!!
Nun ist es doch eingetreten, auch hier ein geplatzter Traum. Die 75 Seemeilen von Culatra nach Chipiona an der Mündung des Guadalquivirs brachten wenig Wind aber dennoch vertraute Probleme. Die halbe Mannschaft Seekrank und wenig motiviert dem Segeln einen Funken Freude abzugewinnen. Letztendlich muss ich mir eingestehen, dass ich in den letzten vier Jahren, in denen ich das Schiff ausgerüstet habe, in erster Linie für meinen alleinigen Traum gearbeitet habe. Carole ist durch Matheo stark eingebunden, so dass sie sich beim Segeln kaum um sich oder das Schiff kümmern kann. Auch dies verstärkt ihre Seekrankheit. Die Kinder sind wenig überzeugt von unserem Vorhaben und so schwer es mir fällt diesen Traum zu begraben, ihn gegen den Willen und die Belastungsgrenze des Restes der Mannschaft durchzuziehen geht gar nicht. So trauere ich und baue mich auf anhand der vielen Mails von Freunden und der Familie mit den richtigen Worten des Trosts.
Wir haben noch fast ein Jahr vor uns und werden dies sicherlich gelungen in anderer Form nutzen. Nun steht erstmal der Rückweg auf dem Programm, der vermutlich bis zum Dezember dauern wird. Die Nebensaison verspricht auch interessant zu werden.

Immerhin hatten wir wie zum Trost einen hübschen blinden Passagier, der es sich etwa eine halbe Stunde auf unserem Solarpanel gemütlich gemacht hatte.



Hinterlassen hat er auch etwas.



Vermutlich wurde der Amperinput durch den Schiss deutlich herabgesetzt. Da aber alle relevanten Systeme weiterhin einwandfrei funktionierten soll diesem Vogel eine gewichtigere Rolle auf unserer Homepage zugewiesen werden. Er führt uns zur zweiten Frage der großen Sheik Yerbouti Tombola, dessen Gewinner im Herbst 2014 in Steinhude geehrt werden. Die Frage lautet:
Wie heißt dieser Vogel??
Antworten bitte wie immer unter gerritpaetow@web.de

02.10.2013
Es naht auch hier der Herbst, das Wetter wird schlechter. Seit 4 Tagen liegen wir nun vor Anker und es regnet, nicht ununterbrochen aber doch häufig.



Für uns ist das eine neue Erfahrung und eigentlich ist es ganz gemütlich, mal ganze Tage auf dem Schiff zu verbringen ohne mal eben von Bord gehen zu können. Dies ist nur mit dem Beiboot möglich und darin werden wir ziemlich nass, da sich bei dem starken Wind in der recht großen flachen Bucht eine Welle ähnlich wie auf dem Steinhuder Meer aufbaut. Wie gut, dass der Anker im Flusssediment sicher hält.
Prima ist auch, dass die Abracadabra nebenan liegt und die Nachbarn ein großes Beiboot mit starkem Motor haben. In Gleitfahrt wird man viel weniger nass, da das Boot halt über die Wellen gleitet. Gerne übernehmen Anne und Phillip die Aufgabe des Taxiboots.



Allerdings beherrschen auch die beiden Kinder das Beiboot perfekt. In den letzten Tagen haben wir viel Zeit miteinander verbracht und häufig über ihre Erfahrungen gestaunt. Einst waren sie drei Monate unterwegs in unbewohnten Inselatollen im Pazifik. Rein logistisch ist dies ein beeindruckendes Unterfangen. Was man da wohl den Kopf frei bekommt.
Auf den Azoren haben sie sich ein heruntergekommenes Haus gekauft und dieses renoviert. Nun haben sie eine Bleibe falls sie irgendwann mal genug von der See haben.

Die Kinder verstehen sich prima und verbringen jede freie Minute miteinander.



Inzwischen wird auch von unseren Kindern ganz cool das Nachbarschiff auf Kanal 77 in englischer Sprache angefunkt.

Kindergeburtstag haben wir auch gefeiert mit Schatzsuche und Kuchen. Jabis, der Sohn der Familie, wurde elf Jahre alt.



Die Insel Culatra ist eine Fischerinsel und ein Naturschutzgebiet.
In einer flachen Bucht liegen allerdings jede Menge Segelschiffe auf Grund auf denen Aussteiger aus ganz Europa wohnen. Wenn man sich mit ihnen unterhält sagen sie: "Nächstes Jahr fahre ich weiter“ aber man hat den Eindruck, dass sie den Spruch schon seit Jahren wiederholen. Ihre Boote sind fest verankert und am Strand haben sie sich Hütten mit Vorgärten gebaut. Leider habe ich diese Lagune der geplatzten Träume nicht fotographiert.
Zu unseren Träumen lässt sich sagen, dass wir durch die Gespräche noch einmal Aufwind erhalten haben und uns vorstellen können den Weg auf die Kanaren zur Not entlang der marokkanischen Küste anzugehen.


26.09.2013

Noch immer keine Entscheidung wie es weiter gehen soll. Immerhin sind wir von Portimao aus 32 Meilen in Richtung Osten gesegelt, wo wir bei Faro vor der Insel Culatra gut geschützt im Flussdelta vor Anker liegen.
Gestern kam die amerikanische Yacht Abracadabra und legte sich direkt zu uns. Die Crew ist seit 11 Jahren unterwegs, die Reise ging los, als die Tochter genauso alt war wie Matheo und der Sohn gerade mal zwei Wochen. Sofort wurden wir an Bord geladen und Philipp, der Vater, sagte nur: „ So, ihr segelt also mit einem Kleinkind, ich weiß genau wie anstrengend das ist.“ Im Verlaufe unserer Unterhaltung berichtete er von Erfahrungen und Rückschlägen, aber auch davon wie großartig es ist diese als Familie zu überwinden. Auch er wird noch immer Seekrank und seine auf dem Boot aufgewachsene Tochter ebenso. Laut ihm gibt es keine andere Lebensform, bei der man so nah bei seinen Kindern ist. Seine Kinder gehen immer mal wieder sporadisch zur Schule, eine konsequente Schulbildung erfahren sie aber nicht. Allerdings sind sie bereits zweisprachig und so offen und selbständig wie ich es nie bei Kindern ihres Alters erlebt habe.
Zurzeit sind Penelope und Charlotte mit ihnen zu viert im Opti auf dem Weg zur Insel Culhatra. Ich hoffe, dass diese Begegnung auch Penelope wieder neuen Mut und Vertrauen geben wird.




22.09.2013
Es gibt starken Ostwind und wir bleiben erstmal hier in Portimao. Die Kinder fangen mit Wäscheklammern und Muscheln als Köder Krebse und vertreiben sich so die Langeweile. Matheo ist an der Laufleine.



Ich wechsele derweil einen Dieselfilter aus und reinige die Halterung.



21.09.2013
Der Alltag geht weiter, die Sheik Yerbouti am Waschtag.



Portimao liegt idyllisch an einem Fluss und gefällt uns gut.



20.09.2013
Der Skipper und Matheo auf der Reise nach Madeira, leider sollte Matheos Gesichtsausdruck die kommenden Ereignisse voraussagen.



Das war es fürs Erste. Etwa 50 Meilen südwestlich des Caps Sao Vincente fassten wir den folgenschweren Entschluss umzudrehen. Statt der vorausgesagten 20 kn Wind aud Nord hatten wir permanent mehr als 30 kn und in Böen bis zu 45kn, das entspricht Windstärke 9. Nicht zu viel für das Schiff aber definitiv für die Mannschaft. Penelope, Carole und Matheo gaben sich unten den Eimer von Hand zu Hand, Charlotte hielt sich wacker und ich war beschäftig mit dem Segeln des Schiffes, dem leeren des Eimers und dem müden Versuch gute Laune zu verbreiten. Als ich den Entschluss zum Umkehren fasste hatte ich bereits 33 Stunden nicht geschlafen und war ausgelaugt von den vielen Aufgaben, die mir keiner abnehmen konnte und dem Steuern des Bootes. Als ich dann sah wie der kleine Matheo sein Butterbrot erbrach kontrollierte ich auf dem Computer noch einmal den Wetterbericht. Die Bedingungen sollten für die nächsten drei Tage identisch bleiben, schade, dass der Wind deutlich stärker war als vorausgesagt. Drei Tage ohne geregelte Nahrungszunahme für Matheo, Penelope, die apathisch in der Ecke saß und eine völlig fertige Carole waren zu viel, drei weitere Tage waren für alle völlig unzumutbar.
Auch der Weg zurück gestaltete sich als schwierig, da wir noch höher am Wind laufen mussten. Die Wellen hatten eine Höhe von 5m bis 6m und nachdem ich bereits seit 5 Stunden mit zwei Reffs im Groß fuhr, drehte ich, wärend die Windpilotanlage

( Windpilot im Einsatz bei weniger Wind, im Hintergrund die Pai Me)


steuerte, die bereits deutlich verkleinerte Genua ganz weg und setzte auf dem Vorschiff die 7m² Sturmfock am Kutterstag. Bei diesem anstrengenden Manöver wurde ich von den überkommenden Wellen ziemlich unter Wasser gesetzt.
Nach etwa 8 Stunden waren wir wieder in der Abdeckung des portugisischen Festlandes, der Wind nahm ab und die Wellen wurden kleiner. Ich lief Portimao an, wo wir nun noch immer liegen und uns überlegen wie es nun weiter gehen soll. Verschiedene Alternativen sind denkbar, eine gemeinsame Überquerung kommt in keinem Fall mehr in Frage. Wir müssen uns erstmals erholen, schlafen und in Ruhe abwägen.
Schade nur, dass die ewigen Zweifler bis lang recht behalten haben, aber ich muss zugeben, dass die Reise mit einem 16 Monate alten Kind doch deutlich anstrengender ist als erwartet.


 
16.09.2013
Mehr schlecht als recht sind wir im Atlantik angekommen. Die Straße von Gibraltar hatte mit bis zu 30 kn Wind und einer steilen Welle eine Überraschung für uns, da dies erneut nicht vorausgesagt war. Immerhin funktioniert der Autopilot einwandfrei und stellt eine echte Entlastung dar. Nun sind wir an der Mündung des portugisisch/spanischen Grenzflusses in der tollen Stadt Ayamonte. Sollte jemand den Frühruhestand im Auge haben, hier ist der Platz dafür!
Die Farbarbeiten am Schiff sind erledigt und in den kommenden Tagen werden wir in Richtung Madeira aufbrechen. Der Autopilot funktioniert einwandfrei und stellt eine echte Erleichterung dar.
Wir haben in Gibraltar eine französische Familie mit zwei Kindern kennengelern, die ähnliche Pläne haben wie wir. Allerdings sind sie mit ihrer Yacht Pai Me für drei Jahre unterwegs.



Sie folgten uns nach Ceuta und nach Ayamonte und inzwischen haben wir uns wirklich angefreundet. Gemeisam reisen wir morgen in Richtung Madeira ab.
Gut, auf so einer Reise einen Funkoffizier an Bord zu haben, der seine Aufgabe wirklich im Griff hat.



Noch besser, wenn er immer einen sicheren Stand hat.



Die Sheik Yerbouti im Hafen von Ayamonte.




07.09.2013
Heute sind wir in Afrika angekommen und frieren erstmalig. Eigentlich sind wir trotz Afrika noch immer in Spanien, da wir im Hafen von Ceuta liegen, einer spanischen Enklave in Marokko.
Die Fahrt war ruhig, dauerte nur drei Stunden und Delfine begleiteten uns eine Weile, was für die Kinder immer großartige Momente sind, in denen sie ihre Sorgen völlig vergessen. Auch Matheo wachte rechtzeitig aus seinem Mittagsschlaf auf und ließ sich von der Aufregung und Freude anstecken.
Der Autopilot ist nun endlich installiert ich glaube weiter unten war ich mal von zwei Tagen für die gesamten Installationsarbeiten ausgegangen. Nun sind es fünf geworden. Ob das Gerät funktioniert weiß ich aber noch nicht. Kurz vor unserer Abreise aus Gibraltar lernten wir eine französische Familie mit zwei Töchtern kennen und so nahmen wir uns noch Zeit einander kennenzulernen und gemeinsame Pläne für die kommenden Wochen zu schmieden. So legten wir erst gegen 17.00 ab und ich hatte nicht mehr die Zeit um die Anlage zu kalibrieren. Immerhin steht im Display bereits „system needs callibration“, was laut Gebrauchsanweisung auch goldrichtig ist. Wie das geht habe ich in der Eile aber nicht verstanden und ich wollte nicht im Dunkeln ankommen.
Wir sind hier, weil eine weitere Lieblingsbeschäftigung auf mich wartet, die mit einer Eigenart des Baustoff unseres Schiffsrumpfes zu tun hat: Rust never sleeps
Da wir bald in die regenreichen Tropen fahren und sieben Lagen Farbe aufzutragen sind, müssen einige Roststellen vorher behandelt werden. Die Sache ist Zeitaufwändiger als man denkt, da Überstreichintervalle (kauf dir ein Schiff und du erweiterst deinen Wortschatz ungemein) von 12 Stunden eingehalten werden müssen. Da es frühmorgens und abends aber zu feucht ist schafft man letztendlich nur eine Lage am Tag.
Der Ort hier ist ideal, da es hier ein riesiges Schwimmbad gibt, auf dass sich die Kinder seit Tagen freuen und welches wir heute bereits in Augenschein nahmen.
Also, morgen heißt es für mich Rost entfernen und für den Rest der Mannschaft ab in den Pool.


05.09.2013
Die bestellte Ware war Montag tatsächlich da und seit gestern ist unsere Küche wieder voll funktionsfähig. Auf dem Foto seht ihr mich in der berühmten Backskiste mit einigen Schläuchen und Verbindungsstücken, die ausnahmsweise mal passten.



Der Einbau des Autopiloten wird aber wohl schwieriger als gedacht. Er besteht aus vier Teilen, die alle verbunden sein wollen. Da manche Teile ins Schiff und andere außerhalb montiert werden, müssen also wieder Löcher gebohrt werden, welche auch der Abdichtung benötigen. Hierzu gibt es in der christlichen Seefahrt das Dichtungsmaterial Sikaflex in Schwarz. Wenn ich nur daran denke bin ich schon von oben bis unten eingesaut. Der Steuercomputer kommt wohin? Klar, in die Backskiste! Der Motor kommt ans Rad, das Bedienungselement in die Nähe des Rades und dann gibt es da noch einen elektronischen Steuerkompass, der 1,20m vom Stahlrumpf entfernt sein muss. Mein erster Gedanke war also ihn auf den Geräteträger am Heck zu montieren. Da ist aber schon das Radar und von dem sollte er auch 1,20m Abstand haben. Außerdem lautet die Regel bei Raymarine, dass alle Steuerräder runde Speichen haben müssen. Meine sind aber flach, wesshalb die Befestigungen für den Steuermotor nicht passen. Das wird wieder ein Gepfusche, das merk ich jetzt schon.

Der installierte Autopilot, durch die oberen Radspeichen sieht man die Bedienungseinheit.



30.08.2013 Gibraltar
Auf den 50 Meilen nach Gibraltar hatten wir recht hohe Wellen (Gott weiß woher) und es schaukelte heftig, leider konnten wir Mangels Wind wieder nur zwei Stunden segeln.



Das Foto zeigt unseren Parasailor, leider reichte der Wind letztendlich auch für ihn nicht. Seekrankheit? Ja, leider noch immer ein Thema.

Nun gibt es Wind und zwar reichlich. Wir liegen hier seit Freitag, eingeweht mit einigen anderen Booten. Inzwischen treffen wir immer mehr Yachten, die das gleiche Ziel haben wie wir, die Charterflotten des Mittelmeeres liegen hinter uns. Interessanter Weise gibt es hier kaum noch deutsche Boote. Hier im Hafen sind wir das einzige, dafür gibt es nebem vielen britischen Yachten auch drei schwedische und zwei norwegische. Leider gibt es auf keinem Boot bislang Kinder.

Da meine Ersatzteile erst Montag kommen und ich mindestens zwei Tage zum Einbauen brauche stört der Wind unsere Pläne nicht wirklich. Gegenwärtig zanken sich die Briten und Spanier und es scheint, als würden der britische Gouverneur und der Bürgermeister von Algeciras eine Privatfehde austragen, in der sich einer kindischer als der andere benimmt.
Die seit Jahren illegal in Gibraltars Gewässern fischenden Spanier haben nun der hiesigen Regierung Anlass gegeben an dem wohl ertragreichsten Fischgrund ein künstliches Riff als maritimes Schutzgebiet anzulegen. Zu diesem Zweck wurden tonnenschwere Zementblöcke in der Bucht versenkt aus denen Metallstangen hinausragen welche wohl in erster Linie die Netze der Spanier zerstören sollen. Für mich wirkt das Wasser in der Bucht so abgestanden, verdreckt von den vielen Schiffen und der großen Raffinerie in Algeciras, dass ich mich wundere über den Fischereibetrieb. Ob sich die Suppe sich als maritimer Nationalpark eignet erscheint mir auch fraglich. Jedenfalls droht der spanische Außenminister im Gegenzug den Briten mit dem Entzug von Überflugrechten aller Flugzeuge mit Ziel Gibraltar. Auch dauert die Abfertigung an der spanischen Seite der Grenze oft 5 Stunden was für die vielen Pendler ein große Problem darstellt. Des Weiteren leisten sich die Patrouillenboote der Guardia Civil Scharmützel voller Machogehabe mit der Royal Navy.
Währenddessen demonstrieren die Einwohner Gibraltars deutlich ihre Zugehörigkeit zu England, eine Meinung die bereits in zwei Referenden mit überdeutlicher Mehrheit kundgetan wurde.


Am Samstag erkundeten wir die Halbinsel: Seilbahn,



Affen,



Kalksteinhöhle



und Tunnels. Von letzteren haben die Briten aus strategischen Gründen 50 Kilometer in den Felsen gehauen. Folgendes Bild haben wir vor einem Tunneleingang aufgenommen. Der Felsen ist an dieser Stelle nahezu senkrecht, an seinem Fuße ist es aber gleich völlig eben. Man erkennt die Landebahn und den historischen Friedhof. Im Hintergrund liegt La Linea, eine spanische Stadt. Bei Flugverkehr auf dem Rollfeld muss die Straße zur Grenze geschlossen werden.



Als ich an die Affen dachte hatte ich gleich ein komisches Gefühl aber die Mädels freuten sich riesig auf die Tiere und fanden sie ja so süß. Die Attacke kam dann gleich als wir aus der Seilbahn stiegen, die Folge war eine entwendete Keksdose, die leider unser einziger Proviant für den Tag darstellte. Nach 8 Kilometern Fußmarsch hatten wir alle ziemlichen Hunger als wir wieder in der Stadt ankamen. Zurückblickend muss ich sagen, dass wir ziemlich viel laufen für einen Segeltörn und dass die Mädels das ohne großes Murren über sich ergehen lassen.
Sonntag haben wir weitestgehend vertrödelt und mit Familie und Freunden geskyped.


27.-28.08.2013
Nun sind wir 85 Meilen weiter westlich von Almerimar in Benalmadena. Hier sind wir nur, da es in Malaga keinen Yachthafen gibt und wir uns diese schöne Stadt nicht entgehen lassen wollen. Eine weitere Nachtfahrt führte uns hier her, während dieser der vorhergesagte Wind leider komplett ausblieb, so dass wir wieder Motoren mussten. Ich habe den Entschluss gefasst in Gibraltar einen elektrischen Autopiloten zu kaufen. Dieses ständige Steuern des Schiffes unter Motor zehrt an den Kräften. Auch bei Manövern wird sich das Gerät als sehr hilfreich erweisen. Schade, eigentlich wollte ich ja nur auf die Mechanik des Windpiloten setzen, mit dieser unerfahrenen Crew wird der Autopilot aber auch ein Zugewinn an Sicherheit sein.

Das erste Rätsel dieses Blogs hat einen Gewinner. Es ist Christiane S. aus Steinhude, die als einzige genau gelesen hat und den Originaltitel einreichte. Ich dachte zwar ursprünglich an den englischen Titel, allerdings ist die gesamte intellektuelle und künstlerische Seite des Films aus italienischer Feder, Musik, Drehbuch und Regie. Auch die bildhübsche Hauptdarstellerin kommt aus bella Italia, weshalb ich den italienischen Titel treffend finde.
Natürlich wollte ich mit dieser Frage auch herausfinden wie viele 1000ende unserer Reise folgen und ich rechnete schon mit einem ob der vielen Antworten explodierendem Postfach. Nun weiß ich wie viele es tatsächlich sind. Es sind genau fünf. Nehmen wir an, dass einige keine Ahnung hatten um welchen Film es sich handelt, so können wir vielleicht von 7-10 Lesern unseres Blogs ausgehen. Ob sich all der Aufwand dafür lohnt ist zwar fraglich, dennoch halte ich die Ultras unter unseren Fans weiterhin auf dem Laufenden.
Inzwischen haben wir natürlich auch tolle und interessante Leute kennengelernt. Nicht alle unter ihnen konnten etwas mit dem Namen Sheik Yerbouti anfangen und vermutlich werden die langweiligsten Bekanntschaften unserer Reise die Zappafans sein.
Zu erwähnen sind Bob und Connie aus Canada, die seit zwei Jahren auf ihrem Schiff leben und vermutlich zeitgleich mit uns den Atlantik überqueren werden. Wir werden uns sicherlich wiedersehen.
Auch Sigbjörn, der sein Schiff in diesem Frühjahr aus seiner Heimat Norwegen ins Mittelmeer segelte, wird uns in guter Erinnerung bleiben.

25.-26.08.2013
Das folgende Bild markiert einen weiteren emotionalen Höhepunkt unseres bisweilen auch beschaulichen Weltenbummleralltags.



Nach unserem Besuch in Ford Bravo verbrachte ich noch einige Zeit in einer Kneipe mit einem schnellen Internetzugang um den Blog zu aktualisieren. Auf dem Rückweg wollte ich am Hafen drei jungen Spaniern ausweichen und dabei über einen Stromkasten springen, in dem die Steckdosen für die im Hafen liegenden Yachten untergebracht sind. Leider verschätzte ich mich was das eigene Alter, die eigene Fitness oder die Höhe des Kastens anging. In jedem Fall stolperte ich (Fotos der Schürfwunden an den Händen erspare ich euch nach den Brandblasenfotos) und viel den Spaniern der Länge nach vor die Füße. Freundlich und besorgt erkundigten sie sich nach meinem Wohlbefinden und einer merkte an, dass mir wohl etwas ins Wasser gefallen sei. Nach dem Abklopfen meiner Hosen stellte ich fest, dass es nur der Autoschlüssel unseres Leihwagens sein konnte. Nur drei Wochen vor Beginn unserer Reise hatte ich einen Schlüssel für unseren Peugeot nachmachen lassen, da wir nur noch einen übrig hatten. 160 € hatte das gekostet. Ich konnte mir also gut vorstellen wie viel uns die Leihwagenfirma in Rechnung stellen würde.
Doppelt motiviert sprang ich also am nächsten Morgen in das nicht ganz saubere Hafenwasser, tauchte aber nach etwa 15 min entmutigt wieder auf.



Der Boden war von einer feinen Schlammschicht überzogen, in die der Schlüssel gut und gerne hätte eingesackt sein können. Darüber hinaus betrug die Sicht am Boden weniger als 30 cm, auch zum Tasten waren die Bedingungen nicht ideal, da es viele nicht weiter definierbare Objekte mit scharfen Kanten gab.
Die ganze Familie stand am Ufer und motivierte mich es noch einmal zu versuchen. Penelope zeigte auf eine Stelle und meinte, da hätte ich noch nicht gesucht und dort müsse der Schlüssel sein. Tatsächlich tauchte ich an dieser Stelle ab und fand den Schlüssel auf Anhieb.
Die Erleichterung war groß, so konnten wir auch unser Vorhaben Granada zu besuchen mit etwas Verspätung in die Tat umsetzen.

Die Glückssträhne des Tages hielt auch hier an. Ohne ein Hotel vorab gebucht zu haben fährt ja heute noch kaum jemand los. Wir taten es und folgten von der Autobahn aus den Schildern Alhambra und Altstadt. Keine fünf Minuten Fußwegs vom Eingang zur Alhambra entfernt fanden wir dieses Hostel.



Es war ruhig, sauber, sehr preiswert und die Altstadt gut zu Fuß zu erreichen. So gingen wir zunächst in die Stadt, die noch immer von einer außergewöhnlichen kulturellen Vielfallt geprägt ist.





Überall gibt es noch maurische Einflüsse in der Architektur und orientalische Läden und Restaurants. Nach der Vertreibung der Muslime bauten die Christen natürlich eine Kirche nach der anderen und auch diese prägen bis heute das Stadtbild.



Am nächsten Morgen besuchten wir dann die alte maurische Festung, die Alhambra mit ihren vielen Gärten und Wehranlagen. Sicherlich war dies ein Höhepunkt dieser Reise.






24.08.2013
So, die Sache wird ab heute interaktiv. Wie angekündigt waren wir heute in Tabernas, dem für Cineasten einzig wahren Wilden Westen. In Fort Bravo befinden sich Kulissen von Filmen wie Zorro, Lucky Luke, Für eine Hand voll Dollar usw. Auch Schauspielgrößen wie Bud Spencer und Terence Hill drehten hier.



Irgendwie ist die ganze Sache aber schon ziemlich skurril. Man kommt an, zahlt seinen Eintritt und läuft durch die Kulissen, die so staubig sind, dass es einem tatsächlich im Nu nach einem Whisky im Salon dürstet.



Informationen für Besucher gibt es gar keine, die Angestellten haben alle mindestens drei Funktionen, alle sind in der dialogarmen Western Show auch Schauspieler und aus dieser mundfaulen Rolle scheinen sie auch sonst nicht raus zu kommen. Insgesamt wirkt die ganze Szene ohne Zusatzinformationen aber auch wieder sehr authentisch und auf heruntergekommene Weise charmant. So stromerten wir durch die Kulissen, mein Entzücken wenn ich irgendeinen Ort aus einem Film wiedererkannte, löste bei meinen Töchtern allerdings nur verständnisloses Achselzucken aus.
Für zwei Stunden nach Highnoon war der Höhepunkt des Tages angekündigt. Die bereits oben erwähnte Western Show.



Sie erwies sich allerdings als recht müde Performance.



Ganz anders ins Zeug hingegen legten sich Matheo und ich als wir für folgendes Bild posierten.
 


Zugegebener Maßen ist das Bild eine etwas makabre Anspielung auf den Film . . . , ja, auf welchen Film eigentlich? Jetzt kommt ihr ins Spiel. Wer als erstes den Originaltitel des Filmes an gerritpaetow@web.de sendet wird an der im September 2014 in Steinhude stattfindenden großen Sheik Yerbouti Tombola teilnehmen.

Auch Penelope und Charlotte waren mit mehr Feuereifer bei der Sache als die Akteure.





Auf dem Rückweg nach Almerimar waren wir noch in der Provinzhauptstadt Almeria. Hier war die ganze Woche Fiesta und als ehemaligen Wahlkölner erinnerte mich das Treiben in den Straßen schon sehr an den Kölner Karneval, allerdings ohne Verkleidung, was mir als verklemmten Münsterländer eher entgegenkommt.


23.08.2013
Wir blieben 2 Nächte in Cartagena und segelten vom 20. bis 21.08.2013 die Nacht durch bis ins erneut sterile Almerimar. Es liegt im Zentrum des Mare del Plastico mit seinen unzähligen Gewächshäusern, in denen das Gemüse für den europäischen Gemüsemarkt angebaut wird.
Die Marina gilt als eine der preiswertesten, weshalb hier auch echte Seelenverkäufer im Hafen liegen. Einige Schiffseigner bezahlen schon lange nicht mehr für ihren Liegeplatz und reagieren nicht auf Briefe und Rechnungen des Marinabetreibers. Dieser darf die Boote allerdings nicht entfernen und hat so echt den Schwarzen Peter.

Die Reise hierher verlief unter idealen Bedingungen, wir konnten die ganze Zeit über segeln und die Selbststeueranlage verrichtete ihren Dienst einwandfrei. Gegen Morgen ließ der Wind nach und wir segelten die letzten 4 Stunden mit dem Parasailor. Zwar hatten alle noch schlechte Erinnerungen an das letzte Mal, als wir ihn bei zu viel Wind setzten, diesmal verlief aber alles perfekt und er zog die Sheik Yerbouti trotz der geringen Windes mit 4-5 Knoten nach Almerimar.
Leider war die gewonnen Erkenntnis auch nach dieser längeren Reise, dass sowohl Carole als auch Penelope noch immer unter Übelkeit leiden. Man munkelt schon, dass die angestrebte Atlantiküberquerung mit veränderter Crew stattfinden könnte.
Für die kommenden drei Tage haben wir, dem Rat meiner klugen Mutter folgend, einen Leihwagen gemietet, mit dem wir uns Granada und das nahgelegene Tal von Tabernas ansehen werden, in dem viele Sergio Leone und andere Filme gedreht wurden. Darunter auch so bedeutende wie "Conan der Barbar".


19.-20.08.2013
Cartagena ist eine echte Stadt mit alter Bausubstanz und ganz alter Bausubstanz. Hier hinterließen schon die Karthager (sagt schon der Name), die Römer und vor etwa 50 000 Jahren selbst die Neandertaler (die alten Düsseldorfer waren scheinst wirklich überall) ihre Spuren. Aber auch das Mittelalter prägte die Stadt mit gewaltigen Befestigungsanlagen und auch das späte 19. Jh. hinterließ seine Spuren. Schlussendlich erkennt man auch hier die Finanzkrise, allerorten sieht man Baustellen die begonnen, aber nicht vollendet wurden. In jedem Fall ist die Vielfallt der Stadt eine sehr willkommene Abwechslung.


19.08.2013
Heute sind wir in Cartagena angekommen. Wir wählten diesen Hafen bewusst aus weil wir nach all den sterilen Touristenzentren auch eine echte gewachsene Stadt sehen wollten und das ist in Vollendung. Römische Ausgrabungen neben mittelalterlichen Ruinen und den Bauruinen aus der jüngeren Vergangenheit so wie renovierten Bauten vom Ende des 19. Jh. Von einigen alten Häusern stehen allerdings nur noch die Fassaden, für eine weitere Renovierung fehlt es wohl an Geld.
Überhaupt scheint die Krise Spanien fest im Griff zu haben. Francois, der eine 23 jährige Tochter hatte, berichtete uns von der Perspektivlosigkeit ihres ganzen Freundeskreises. Pablo, der Freund seiner Tochter, ist von spanischen Schleusern nach Deutschland gelockt worden, wo er für einen Hungerlohn und ohne jedwede Rechte arbeiten musste. Nach 2 Wochen war Pablo wieder in Santa Pola und um einige traurige Erfahrungen reicher.
Viele von euch fragen sich wie unser Alltag im einjährigen Urlaub so aussieht und ich kann euch trösten, so entspannt wie man sich das vorstellt ist es gar nicht. Irgendwie hat man immer was zu tun. Da ist zum Beispiel die Backskiste. Das ist so was wie der Hauswirtschaftsraum nur ohne Waschmaschine und nicht begehbar. Ein etwa 1 m³ großer Raum unter einem dicken Stahldeckel in dem man so alles Mögliche staut. Ich verbrachte bereits meine Herbstferien 2012 darin um den Fäkalientank darunter zu installieren. Die Kiste ist etwa 1,4m tief und ihre Haupteigenschafft besteht darin, dass das was man gerade braucht immer ganz unten zu finden ist. So verbringt man seine Tage damit die Backskiste ein und aus zu räumen.
Auch das Setzen des Sonnensegels auf der richtigen Seite nimmt alltäglich Zeit in Anspruch. Darüber hinaus ist man überall wo man hinkommt ein Fremder. Man weiß nicht wo die Bäcker, Waschsalons und Supermärkte sind und wenn man letzteren gefunden hat sucht man sich darin einen Wolf. Nervig und zeitintensiv ist es auch den Kontakt nach Hause zu halten. Internetverbindungen sind zu schwach zum Skypen oder brechen unvermittelt ab, das Hochladen von Daten dauert ewig, genauso das Erlangen einer Verbindung.
Was mich besonders verwundert ist, dass alles was ich eigentlich hinter mir lassen wollte (Beruf, Beihilfe, Rechnungen usw.) einen doch nicht wirklich loslässt. Gegenwärtig beschäftig mich als betroffenen die Arbeitszeiterhöhung für Gymnasiallehrer in Niedersachsen. Diese wurde von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung verniedlichend wie folgt umschrieben: „Die niedersächsische Landesregierung will den 19.000 Gymnasiallehrern im Land etwas mehr abverlangen.“ Diese Erhöhung bedeutet aber tatsächlich eine Arbeitszeiterhöhung von etwa 8%. Es würde mich mal interessieren wie das Blatt eine vergleichbare Arbeitzzeiterhöhung der Angestellten bei VW beschreiben würde. Eigentlich äregere ich mich über mich selbst, mir darüber überhaupt Gedanken zu machen.

Eine Familie, die vor einigen Jahren um die Welt segelte, umschrieb diese Art des Reisens mit dem Satz: So reparierten wir unser Schiff um die Welt. Mir schwant uns steht ähnliches bevor. Die Zerhackerpumpe des Fäkalientanks, in den wir in erster Linie das Küchenabwasser hineinleiten, gab gestern ihren Geist auf. Nun läuft das Wasser in der Spüle nicht mehr ab. Morgen möchte ich diesem Sachverhalt mit einer mechanischen Pumpe beikommen. Ich hoffe nur der lokale Bootsausrüster hat die nötigen Teile auf Lager. (Nachtrag: hatte er natürlich nicht, bis Gibraltar mit einem großen Bootsausrüster, muss das Geschirr im Bad gespült werden)
Auch das Fahren nimmt Zeit in Anspruch, nicht nur während des Fahrens sondern auch in der Planung.
Ihr seht also, wir trinken nicht nur Cocktails am Strand.

14.08.2013

Die Städte an der Costa Blanca ähneln sich alle zum Verwechseln. Alle sind dem Bauboom der 70er Jahre zum Opfer gefallen, einer Zeit, in der alles was alt war abgerissen wurde und einheitlichen 4 bis 6 stöckigen Wohnhäusern weichen musste. Die Städte sehen heute so aus wie auf dem Foto (Santa Pola), einen historischen Kern such man vergeblich.


Auf diesem Foto sieht man das alte Haus von Santa Pola. Hier hatte sich der frühere Eigentümer scheinst den Investoren gebeugt. Heute ist es leer und verrammelt.



In Villajoyosa sah ich ein ähnliches Haus, auch das war leerstehend.
Im Spiegel las ich letzte Woche einen lustigen Artikel über Benidorm. Hier steht Spaniens Pendant zum deutschen Hauptstadtflughafen. Ein 47 Stockwerke hohes Gebäude, welches wir nur zwei Tage vorher vom Schiff aus gesehen hatten, war ursprünglich nur für eine Höhe von 20 Stockwerken geplant worden. Da sich damals Spanien auf dem Höhepunkt der Immobilienblase befand wollten die Investoren den Turm nachträglich aufstocken. Dies wurde auch in die Tat umgesetzt, allerdings vergaß der Architekt des neuen Auftrages die Fahrstühle. Bis zur 20. Etage sind nun Aufzüge vorhanden, von der 20. bis zur 47. Etage heißt es Treppensteigen. Wer also günstig ein Penthouse an der Costa Blanca erwerben möchte sollte hier zuschlagen.

Vor Santa Pola liegt die schöne Insel Tabarca. Als wir am Abend ankamen fanden wir sie recht verlassen vor und waren verzückt von dem historischen Ort mit seiner Stadtmauer, dem kleinen Hafen und der Kirche. So entschlossen wir uns in der Bucht gleich zwei Nächte zu ankern.




Dann kam es leider ganz anders. Die Nacht war eine mittlere Katastrophe, wir lagen zwar gut vom Wind geschützt, allerdings stand Schwell in der Bucht, so dass wir, quer zur Welle liegend, stark hin und her schwankten. Im Schiff rappelte und polterte es und selbst nach dem wir in alle Schapps, Schränke und Schubladen Handtücher gestopft hatten dauerte die Ruhe nicht lange. Irgendetwas rappelte sich wieder lose, sei es eine Batterie, die in einem Schapp hin und her rollt, oder das ungespülte Geschirr im Waschbecken. Carole und Penelope wurde in der Nacht erneut schlecht, wir hoffen diese Problematik wird uns nicht andauernd begleiten.
Eine weitere Enttäuschung erfuhren wir am nächsten Morgen. Bereits gegen 10.00 Uhr war die Insel von hunderten Touristen überschwemmt worden. Matheo, der es immer mag viele Leute um sich zu haben, stört das offensichtlich nicht.




11.08.2013
In den letzten Tagen verweilten wir in verschiedenen Zentren des Massentourismus, was nicht uninteressant war, da sich die Zielgruppen jeweils stark unterschieden. Während in Moraira eher internationale Touristen ihren Urlaub verbringen, waren in Villajoyosa ausschließlich Spanier anzutreffen. Dieser Unterschied macht sich besonders in den Preisen der Bars und Restaurants bemerkbar. Beim Umgang mit den Spaniern erweist sich der kleine Matheo als absoluter door-opener, die Spanier sind unglaublich kinderlieb, versuchen immer mit ihm in Kontakt zu kommen und sind uns gegenüber extra freundlich. Nach Benidorm (siehe Foto), ins Herz der Finsternis des europäischen Massentourismus, zog uns nichts. So sahen wir es nur vom Schiff aus.

Gesegelt sind wir zuletzt auch an zwei Tagen. Die Tage erwiesen sich als grundlegend unterschiedlich und der erste hätte mir beinahe eine meuternde Crew beschert. Seit Wochen brannte es mir untern den Nägeln den Parasailor mal bei etwas Wind auszuprobieren. Angesagt waren 16 kn Wind, eine völlig beherrschbare Angelegenheit. Wir segelten in Moraira los mit dem Ziel am Nachmittag Villajoyosa zu erreichen. Als das Segel aber gerade eine halbe Stunde stand nahm der Wind auf bis zu 26kn zu. Auf dem Foto oben sieht man, dass es etwas ungemütlich ist. Das Boot segelte mit in der Spitze 8,5 Knoten reichlich schnell für ein 11t schweres Schiff dieser Größe. Auch war es äußerst schwer zu steuern. Nach 1 ½ Stunden war es mir dreimal aus dem Ruder gelaufen und mir taten die Arme weh. Der Rest der Familie hatte schon längst genug aber ich hatte auf ein Abnehmen des Windes gehofft, um das Bergemanöver einfacher gestalten zu können. Wie immer in solchen Situationen tat mir der Wind allerdings nicht den gefallen abzunehmen. So war auch dieses Manöver recht laut und für die Kinder beängstigend. Zur Strafe habe ich mir dabei an einem ausrauschenden Seil ordentlich die Finger verbrannt, wer genau hinsieht erkennt auf dem Foto einige Brandblasen. Warnungen nicht ohne Handschuhe an die Leinen zu gehen gab es genug, manche Erfahrungen muss man aber eben selber machen.


Der zweite Tag gestaltete sich ganz anders. Bei leichtem Wind fuhren wir mit 3,5 bis 5 kn ruhig von Vilajoyosa nach Santa Pola. Der Tag versöhnte die Crew mit Boot, Skipper und Wind. Ich denke ich muss nun nicht alleine weitersegeln. Wir wollen hier einige Tage bleiben, da hier Francois, ein Freund Caroles wohnt. Der Hafen ist prima und wie Penelope anmerkte gut organisiert.

Gestern verbrachten wir den halben Tag mit Francois, den Carole zuletzt vor 14 Jahren gesehen hatte. Da ich mir hier vor 5 Jahren mal ein Schiff in Alicante angeschaut hatte (bevor wir mit der Sheik Yerbouti fündig geworden waren) und zwei Tage bei Francois unterkommen konnte, hatte ich ihn noch besser in Erinnerung. In jedem Fall war es für alle ein tolles Treffen und wir sehen uns diese Woche sicherlich noch häufiger.

Zum Schiffsnamen lässt sich folgendes sagen. Das Schiff wurde vom Vorbesitzer Seebär genannt. Als wir das Schiff von Hannover nach Wedel bei Hamburg verlegten, sah ich allein in Wedel schon fünf Schiffe gleichen Namens. Also musste ein anderer Name her. Die Überlegung war einfach: Wie lernt man schnell interessante Leute im Hafen kennen? Interessante Leute hören interessante Musik und so kamen wir auf den Namen Sheik Yerbouti. Wer nun noch immer nichts mit dem Namen anfangen kann, sollte sich Gedanken machen oder den eigenen Musikgeschmack in Frage stellen.



06.08.2013
Vom Tummelplatz der Reichen zum Festlandszentrum des spanischen Pauschaltourismus. Gestern fuhren wir bei nahezu null Wind zum Festland und liegen nun in Port Moraira. Die Sheik Yerbouti mutiert so langsam zum Motorboot. Der Hafen liegt unweit von Benidorm, die Küste ist ähnlich verbaut. Dennoch tut es gut mal wieder im Hafen zu liegen und sich und das Schiff entsalzen zu können.

05.08.2013
Drei Tage lagen wir vor Anker am Strand von Formentera und Espalmador. Das türkise Wasser gab schon mal einen Vorgeschmack auf die Karibik und der feine Sand am Strand gab sein Übriges. Dennoch müssen wir feststellen, dass die große Freiheit, zumal auf so engem Raum, nicht immer ohne Konflikte zu ertragen ist. Wir alle sind noch immer leicht reizbar, auch leiden Carole und Penelope noch immer unter der Seekrankheit, was sich auch bei leichtem Schwell vor Anker bemerkbar macht. So langsam gehen mir, der immer prognostizierte nach zwei Tagen sei das Thema durch, die Argumente aus.
Trotzdem denke ich heute mitfühlend an meine Kollegen, die heute die erste Dienstbesprechung haben, und weiß, dass ich nicht tauschen möchte.




02.08.2013
Ibiza ist schon sehr seltsam. In der Nähe des Hafens, mit den vielen Restaurants und Boutiquen, tritt man sich gegenseitig auf die Füße und je höher man in die Altstadt hinauf steigt desto leerer wird es, bis man oben angelangt nahezu allein ist und verlassene aber schöne Gässchen findet, in denen die Farben der Bougainvilleen wunderbar mit dem weißen Putz der Häuser kontrastieren.


01.08.2013
Die Überfahrt von Mallorca nach Ibiza war sehr ruhig, der Parasailor, ein bauchiges Segel für achterliche Winde, wurde ausprobiert, allerdings war kaum Wind. In der Nacht vom 30-31.07 lagen wir in der schönen Bucht Portinatx vor Anker. Das so eingesparte Geld hauen wir dafür hier in Ibiza Stadt wieder raus. Die Liegegebühren betragen 90€ pro Nacht, der Stromanschluss und Wasser werden extra abgerechnet mit 17€ und 8€. Duschen oder Toiletten gibt es keine. Dafür liegt man aber im hippen Ibiza. Gestern lagen hier auch 2 Megayachten, die Madame Gu und die Radiant. Beide kosten etwa 200 Millionen Euro. Ich nehme an, sie hatten von der Ankunft der Sheik Yerbouti in Ibiza Stadt gehört und wollten da einfach nicht nachstehen. Was die mit ihren 110m Länge wohl an Liegegebühren zahlen?
Wir bleiben bis morgen, schaun uns noch die schöne Altstadt an und fahren dann nach Espalmador, einer kleinen Insel zwischen Formentera und Ibiza. Dort kann man nur ankern, schwimmen und kein Geld ausgeben.

28.07.2013
Wir bleiben noch bis Dienstag in Andratx. Dann geht es mit achterlichen Winden nach Ibiza, wobei der neue Parasailor ausprobiert werden soll

Ein Photo um zu dokumentieren mit welch bescheidenem Gefährt wir unterwegs sind.



Waldbrände in der Nähe von Andratx



27.07.2013
Heute haben wir aufgeräumt. Eigentlich haben wir das alltägliche Chaos ins Bad verbannt, um ein paar Fotos vom Inneren des Schiffes zu machen. Es hat einige Anfragen von Freunden gegeben, die wissen wollten wie unser Lebensraum unter Deck ausschaut. Die Bilder sind verdammt spießig geworden und wenn ich im Chaos hier untergehe schaue ich sie mir an und erfreue mich an ihrer Ordnung. Für die unter euch, die diesen Blog mit Geduld verfolgen werden verspreche ich auch irgendwann mal Bilder zu zeigen, die das tatsächliche Leben unter Deck zeigen.


Der Salon mit Blick nach vorn. Hinter der Tür schlafen Charlotte und Penelope.




Der Salon mit Blick nach hinten. Hinter der rechten Tür ist das Bad, die Tür muss gerade zu bleiben um das Chaos zu verstecken. Links kann man die Achterkajüte erahnen, wo Matheo, Carole und ich schlafen. In der Mitte sieht man unseren sehr steilen Niedergang. Ein großer Teil des Alltags besteht darin Matheo vom Hinaufklettern oder Herunterfallen abzuhalten.




Auf dem Weg nach Achtern kommt man an der Küchenzeile vorbei.




Hier sieht man unseren Kartentisch, in dem trotz digitalen Zeitalters noch echte Karten aufbewahrt werden.





22.-27.07.2013 Drei Tage lag das Schiff verweist in Soller und wir erholten uns super bei unseren Freunden in Deia. Das Dorf ist traumhaft, die Buchten haben klares Wasser und das Schnorcheln ist wie im Buche. So richtig fort wollte eigentlich niemand, besonders Penelope hatte aufgrund ihrer Seekrankheit wenig verlangen aufs Boot zurück zu kehren. Wir mussten uns aber von den Großeltern noch einmal richtig verabschieden, die vor Sant Elm (Westspitze Mallorcas) seit zwei Tagen warteten. Hier war die Nacht etwas unruhig und da der Wind häufiger wechselte, klopfte die Boje oft gegen den Rumpf, was einigen eine unruhige Nacht verschaffte.
Seit gestern liegen wir im teuren Andratx und die Kinder verbringen den ganzen Tag im Pool. Wir wissen noch nicht wo es als nächstes hingeht und das ist mal ein gutes Gefühl.

Deia



21.07.2013
Wir sind auf Mallorca und müssen feststellen, dass wir den Anfang unserer Reise ziemlich verbockt haben. Die Idee mit dem Schiff der Nachbarn (Klaus und Friedel), auf denen meine (Gerrits) Eltern zu einem Mallorcatörn eingeladen sind, gemeinsam loszufahren klang sehr verlockend. Alle verstehen sich gut, für unsere Töchter, so glaubten wir, wäre der Abschied von allem Vertrauten durch die Gewissheit von Oma und Opa auf dem Nachbarschiff leichter zu ertragen. Allerdings mussten wir feststellen, dass sich der Rythmus von unsere Reise nur schwer mit der eines dreiwöchigen Törns koordinieren lässt. Auch hatten wir bei Weitem nicht genug Vorbereitungszeit. Weder Schiff noch Mannschaft waren wirklich bereit. Carole erkannte es sehr früh und schlug vor später loszufahren. Ich wollte diesen Umstand aber nicht wahrhaben und klammerte mich an die Idee der gemeinsamen Abreise. So war die Überfahrt nach Malle auch eine mittlere Katastrophe. Wir fuhren bei null Wind los, was bedeutet, dass immer einer am Ruder stehen muss, da unser Autopilot nur beim Segeln funktioniert. Einer muss sich allerdings auch permanent um Matheo kümmern, da er keine Sekunde ohne Hilfe sein kann. Die Bewegungen des Schiffes sind zu viel für ihn, er würde sich allein ständig Beulen holen. Unter diesen Umständen war es für Carole und mich bei der 30 stündigen Überfahrt unmöglich Ruhe zu finden. Darüber hinaus litt Penelope unter Seekrankheit, blieb aber sehr tapfer, Charlotte half um Mitternacht beim Manöver als der Wind etwas zunahm und wir immerhin für drei Stunden segeln konnten. Leider hatte ich gerade die Selbsteuerungsanlage justiert, als der Wind wieder einschlief und ich wieder motoren musste. Am nächsten Morgen allerdings hatten wir einen super Wind, der uns schnell zu unserem Ziel Puerto Soller brachte, wo die Besatzung der Libertad bereits auf uns wartete und glücklicher Weise einen Platz für uns reserviert hatte.
Nun müssen wir gedanklich noch einmal von vorn anfangen. Wir bleiben nun erstmal hier, besuchen morgen unsere Freundin Nathalie, die hier in der Nähe von Soller in einem Bergdorf mit Namen Deia wohnt. Gerade ich muss nach den stressigen letzten Monaten lernen, dass man auch mal keiner Aufgabe hinterher rennen muss. Das fällt mir schwer, da am Schiff letztendlich ständig was zu tun ist. Auch frage ich mich, ob dieser Blog überhaut eine gute Idee ist, oder ob er mich nicht nur von meinem eigentlichen Ziel ablenken wird.

Auf dem Weg nach Mallorca



 
18.07.2013
Das mit der Abfahrt am 17. hat trotz der engagierten Hilfe der ganzen Nachbarschaft nicht geklappt, dafür war der Zeitplan zu sportlich. Nun aber ist das Schiff abreiseklar, alles ist verstaut und, oh Wunder, wir haben noch viel Platz an Bord und sind nicht abgesoffen.
In der vergangenen Nacht hat erstmals die ganze Familie auf der Sheik Yerbouti geschlafen, die nun für ein Jahr unser zu Hause seien wird.
Das erste Ziel ist Estartit nur wenige Meilen südlich von Empuriabrava.

11.07.2013
Die Crew ist am Schiff angekommen. Bis zum geplanten Abreisetag sind es noch vier Tage und es gibt noch viel zu tun. Der Laderegler harmoniert nicht mit der Lichtmaschine, die Klopumpe muss noch repariert, Trinkwasserschläuche erneuert und eine undichte Dichtung im Kühlwassersystem ausgetauscht werden. Außerdem muss für Matheo noch ein Netz an die Reling, damit er nicht von Bord fällt, ein Gurt, um auch eben dies zu verhindern und die Moskitonetze genäht werden. Darüber hinaus muss noch ein Crewmitglied in den Mast um neue Falle zu installieren. Ach ja, gepackt muss auch noch werden und auf das Chaos freuen wir uns besonders. Es wird knapp aber wir hoffen zusammen mit den Nachbarn und ihrem Schiff, der Libertad, am 17.07.2013 in Richtung Balearen zu segeln.

30.06.2013
Nach endlos erscheinender Vorbereitung geht es nun tatsächlich los!
Am 17.07.2013 planen wir mit unserem Schiff der "Sheik Yerbouti" unsere einjährige Reise zu beginnen. Geplant ist eine typische Atlantikrunde über die Kanaren, Kap Verden, kleinen Antillen, Ostküste USA und über die Azoren zurück nach Europa. Die Rückreise ist für den Juli 2014 geplant.


Familie Paetow von links nach rechts: Gerrit, Charlotte, Penelope, Matheo und Carole